In neun Schritten einen E-Learning-Workflow aufbauen

Nur ein durchdachter Workflow garantiert erfolgreiches E-Learning, welches ankommt und Lernziele erreicht. Auf einen Blick sind es:

  1. Bedarfsanalyse durchführen und Lernziele definieren
  2. Lerninhalte strukturieren und Storyboard erstellen
  3. Inhalte produzieren und multimodal aufbereiten
  4. Interaktive Lernelemente integrieren
  5. Wissensüberprüfung gestalten und automatisieren
  6. Lernplattform auswählen und Kurs einpflegen
  7. Usability- und Pilot-Test durchführen
  8. Kurs veröffentlichen und Lernenden begleiten
  9. Lernerfolg messen und Kurs kontinuierlich optimieren

 

1. Bedarfsanalyse durchführen und Lernziele definieren

Zuerst wird geklärt, für wen der Kurs gedacht ist, welches Wissen oder welche Fähigkeiten vermittelt werden sollen, welches der Wissensstand ist und welches das Lernziel ist. Daraus ergeben sich konkrete, messbare Lernziele, die als Orientierung für alle weiteren Schritte dienen. Wichtig zu beachten ist, dass Lernziele klar formuliert und an der wirklichen Lebens- oder Arbeitssituation der Lernenden ausgerichtet sein müssen. Auch die Berücksichtigung des Wissensstandes und der Bezug zu den Tätigkeiten und Anforderungen der Stelle sind wichtig.

 

2. Lerninhalte strukturieren und Storyboard erstellen

Die Inhalte werden in eine logische Reihenfolge gebracht – meist in Module, Lektionen und kleinere Themenabschnitte. Parallel entsteht ein Storyboard, das für jeden Teil festlegt, welche Medien zum Einsatz kommen, wie lange sie dauern und wo Interaktion stattfindet. Wichtig zu beachten ist, dass die Struktur nicht überladen sein darf, damit Lernende nicht den Überblick verlieren.

 

3. Inhalte produzieren und multimodal aufbereiten

Jetzt werden Videos, Texte, Grafiken, Tonaufnahmen oder Beispiele erstellt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Inhalte leicht verständlich, optisch einheitlich und auf verschiedenen Endgeräten gut nutzbar sind. Wichtig zu beachten ist, dass jedes Medium einen klaren Lernzweck erfüllen und nicht nur zur optischen Aufwertung dienen sollte.

 

4. Interaktive Lernelemente integrieren

Lernen ist wirksamer und nachhaltiger, wenn Lernende aktiv sind – zum Beispiel Entscheidungen treffen, Elemente anordnen, Szenarien durchspielen, Erlerntes vortragen oder eigene Notizen machen. Solche Aufgaben werden direkt in den Kurs eingebaut, um das Verständnis zu vertiefen und die Aktivität zu fördern. Wichtig zu beachten ist, dass Erfolgserlebnisse ermöglicht werden und ein positives und ermutigendes Feedback erfolgt.

 

5. Wissensüberprüfung gestalten und automatisieren

Es werden zwischendurch kleine Prüfungen eingebaut, zum Beispiel in Form von Auswahlfragen, Zuordnungsaufgaben oder Lückentexten. Diese liefern sofort Rückmeldung, ob etwas verstanden wurde. Am Ende eines Themenblocks oder Kurses folgt eine Abschlussprüfung oder eine praktische Aufgabe, um das Gelernte zusammenzufassen. Die Auswertung erfolgt möglichst automatisch, damit Ergebnisse direkt sichtbar sind. Wichtig zu beachten ist, dass Fragen nicht nur abgefragt, sondern immer auch mit hilfreichem Feedback verbunden werden sollten.

 

6. Lernplattform auswählen und Kurs einpflegen

Der fertige Kurs wird in ein passendes Lernsystem hochgeladen – sei es eine kostenlose oder kommerzielle Plattform. Dabei wird auf eine klare Menüführung, eine sichtbare Fortschrittsanzeige und Kompatibilität mit Smartphones und Tablets geachtet. Wichtig zu beachten ist, dass technische Hürden wie lange Ladezeiten oder fehlende Offline-Nutzung Lernende schnell frustrieren können.

 

 

7. Usability- und Pilot-Test durchführen

Bevor der Kurs allen zugänglich gemacht wird, testen einige Lernende ihn in der Praxis. Sie prüfen, ob alles verständlich, bedienbar und technisch stabil ist. Ihr Feedback fließt direkt in letzte Anpassungen ein. Wichtig zu beachten ist, dass dieser Test nicht übersprungen werden sollte – selbst kleine Fehler können das Lernerlebnis stark beeinträchtigen.

 

8. Kurs veröffentlichen und Lernenden begleiten

Der Kurs wird freigeschaltet, und es wird klar kommuniziert, wie lange er verfügbar ist, ob ein Abschlusszeugnis ausgestellt wird und wie bei Fragen geholfen wird – etwa über ein Forum, E-Mail oder regelmässige Online-Treffen. Wichtig zu beachten ist, dass Lernende auch bei rein digitalen Angeboten menschliche Unterstützung brauchen, um dranzubleiben und der Nutzen des Kurses für die Tätigkeiten in der Praxis kommuniziert wird.

 

9. Lernerfolg messen und Kurs kontinuierlich optimieren

Nach dem Durchlauf werden Zahlen ausgewertet: Wie viele haben den Kurs beendet? Wo wurden oft Fehler gemacht? Welche Inhalte wurden übersprungen? Wo gingen die meisten Fragen ein? Zusätzlich wird gezielt nach Meinungen gefragt. Daraus entstehen konkrete Verbesserungsvorschläge für die nächste Version. Wichtig zu beachten ist, dass ein E-Learning-Kurs nie „fertig“ ist, sondern ständig weiterentwickelt werden sollte.

Ein solcher Workflow kann durchaus auch Bestandteil eines Musterkonzeptes zur Personalentwicklung sein.

 

 

Zuletzt angesehen