Glossar neuerer und trendiger HR-Begriffe

Immer mehr halten im Vokabular und Sprachgebrauch des Personal- und Human Resource Managements Anglizismen, Digitalisierungs- und Technologie-Begriffe Einzug. Manchmal wird man nahezu erschlagen vom Employee Engagement, New Work, Digital Leadership, New Work und Employee Experience - und oft können diese Begriffe in der Personalarbeit nicht klar definiert und abgegrenzt werden. Wir haben einige besonders häufig anzutreffende herausgepickt und versucht, sie einfach und kurz zu erläutern. Zu einigen besonders wichtigen haben wir, sollte zum jeweiligen Thema Ihr Interesse geweckt worden sein, jeweils einen aktuellen Buch-Link zum Thema hinzugefügt.

 

Active Sourcing

Proaktives Recruiting, bzw. Active Sourcing, begibt sich direkt und aktiv auf die Suche nach Kandidaten. Das Ziel ist oft auch der Aufbau eines hochwertigen Bewerber- und Talente Pools. Active Sourcing ist vor allem in Business-Netzwerken gut und gezielt möglich, muss aber im Approach.Kontaktaufnahme, Angebote und Kommunikation

Adaptive Learning

Ein Begriff aus der Personalentwicklung. Eine Lehrmethode, bei der mit Algorithmen der Lernprozess und -erfolg optimiert wird, um die Interaktion mit Lernenden besser zu koordinieren, massgeschneiderte Lernaktivitäten zu ermöglichen und individuelle Bedürfnisse wie Lernmethoden oder Lerntempo stärker berücksichtigen zu können.

Agilität

Agilität ist die Fähigkeit von Menschen und Unternehmen, flexibel, beweglich, schnell und anpassungsfähig und gleichzeitig proaktiv, innovativ und antizipativ zu agieren und zu reagieren. Dies kann Geschäftsmodelle und neue Strategien von Unternehmen betreffen, die Fähigkeit von Führungskräften, neue Chancen schnell zu erkennen und zu nutzen oder im HR die digitale Transformation proaktiv und innovationsoffen voranzutreiben.

Bewerber-Journey

Bewerberreise: Die Schritte und Wege die ein Stellensuchender bei der Stellensuche und Wahl des Arbeitgebers durchläuft. Die Touchpoints einer Bewerber-Journeys können eine Suchmaschinen-Recherche, das Durchkämmen eines Jobbörsen-Angebotes, eine Stellenanzeige, eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis und mehr sein.

Big Data

Unter Big Data versteht man das mit viel Computingpower mögliche Sammeln und Analysieren riesiger auch unstrukturierter Datenmengen aus verschiedensten Quellen zum Erkennen von Gesetzmässigkeiten und Mustern. Algorithmen erkennen Zusammenhänge und können Trends aufzeigen, beispielsweise in der Fluktuation, im Lernverhalten, im Talentmanagement oder im Performance Management.

Bildungscontrolling

Bildungscontrolling prüft und stellt Daten und Zahlen zur Verfügungen, ob Personalentwicklungs-Ziele in Bezug auf die Weiterbildung und Aktivitäten im Unternehmen erreicht werden. Der Buchtipp zum Thema: Der Buchtipp zum Thema: Praxisratgeber zur Personalentwicklung

Blended Learning

Lehr- und Lernkonzepte, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung und Kombination von traditionellen Lernmethoden und virtuellem Online-Lernen mit durch die Digitalisierung möglichen Informations- und Kommunikationsmedien anstreben.

Candidate Experience

Candidate Experience ist ein Bestandteil des Recruitings und des Employer Brandings und bezeichnet die Aktivitäten eines Unternehmens, den ersten Eindruck und die Atmosphäre bei einer Bewerbung sympathisch und persönlich zu gestalten und den Bewerber als gleichwertigen Partner oder gar Kunden zu behandeln.

Chatbots

Dies sind textbasierte Dialogsysteme, die vor allem im Personalmarketing, Recruiting und der Personalbetreuung eingesetzt werden, beispielsweise als Digitalisierungs-Tools für einfache Job-Interviews oder Vorabklärungen von Passungen bei Bewerbungen.

Collaborative Learning

Eine Lernmethode, in der Mitarbeiter in Gruppen lernen. Sie sind dabei sowohl füreinander als auch für ihr eigenes Lernen verantwortlich. Somit verhilft der Erfolg des einen auch dem anderen zum Erfolg. Das gemeinsame Lernen fördert auch die Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen und das kritische Denkvermögen zu verbessern.

Compensation Management

Das Gehaltsmanagement. Es umfasst Entgeltstrukturierung, die Systematik des Vergütungssystems, variable Vergütung, Ganzheitlichkeit und Flexibilisierung aller Vergütungskomponenten und Vergütungsvergleiche und Konkurrenzfähigkeit von Löhnen. Der Buchtipp zum Thema: Handbuch zum Gehaltsmanagement

Corporate Culture

Unternehmenskultur, bezieht sich auf die Überzeugungen und Verhaltensweisen, die bestimmen, wie die Mitarbeiter und das Management eines Unternehmens ausserhalb von Geschäftstransaktionen interagieren und damit umgehen. Oft sind damit auch die Betriebskultur und Verwaltungskultur gemeint.

Corporate Influencer

Mitarbeitende, die auf Social Media interessante und informative Einblicke in ihre Arbeit im Unternehmen geben, was in Form von Videos, Fotos, Blogreports, Interviews u.m. gemacht werden kann. Dies kommt dem Employer Branding und Recruiting zugute und ermöglicht es, vor allem junge Bewerber-Zielgruppen zu erreichen und emotional und authentisch anzusprechen.

Cultural Fit

Vor allem bei Bewerbungen abzuklärender Punkt, ob ein Bewerber zur Unternehmenskultur und Führungsphilosophie passt und sich mit den Werten und Verhaltensweisen identifizieren kann und diese für Bewerber und Arbeitgeber miteinander kompatibel sind.  

Diversity Management 

Diversität von Mitarbeitenden eines Unternehmens. Diese Vielfalt kann in der Kultur, im Geschlecht oder in der Religion bestehen. Diversity Management bezeichnet die positive Anerkennung und Nutzbarmachung der individuellen Vielfalt für den Unternehmenserfolg und ist vor allem für Unternehmenskulturen und Führungskräften eine Herausforderung.

Eignungsdiagnostik

Es gibt viele Instrumente der Eignungsdiagnostik, welche helfen, Einstellungsentscheidungen in der Personalauswahl breit abzustützen und Kandidaten möglichst ganzheitlich zur Eignung der Stelle beurteilen zu können.

Emotional Leadership

Emotionen nutzende und anerkennende Führungsphilosophie. Setzt Vorgesetzte mit emotionaler Intelligenz und eine entsprechend Unternehmenskultur voraus, die für Ziele begeistern können, Freude an erzielten Erfolgen zeigen, eine positive Stimmung erzeugen und ihr Team emotional inspirieren. 

Employability

Darunter versteht man die Beschäftigungsfähigkeit, bei der Mitarbeitende selbst für den Wert von deren Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verantwortlich sind. Sie sollen demzufolge um Ausbildung und Qualifikation bemüht sein, die ihnen auf dem Arbeitsmarkt die besten Chancen verschaffen.

Employee Engagement

Die emotionale Verbindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern und deren Bereitschaft, sich mit Engagement zu identifizieren. Einflussfaktoren sind Unternehmenskultur, Führungsstile, Wertschätzung, Mitarbeiterförderung, Sinnstiftung und mehr. Aber auch die individuelle Persönlichkeit Mitarbeitender wie Motivierbarkeit, Leistungsbewusstsein, ein positives Mindset und mehr sind erfolgsentscheidende Faktoren.

Employee Experience

Employee Experience umfasst die Gesamheit aller Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke von Mitarbeitenden in einem Unternehmen, welche sich positiv und nachhaltig auf deren Engagement und die Mitarbeiterbindung für das Unternehmen auswirken sollen. Das Spektrum umfasst von der Unternehmenskultur über Kommunikation bis zu Work-Life-Balance-Angeboten viele Bereiche.

Employer Branding

Employer Branding geht über das Personalmarketing hinaus. Man versteht darunter die Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber mit einem klaren Profil und gelebten Werten für Mitarbeiter, Bewerber und den Arbeitsmarkt als Ganzes. Der Buchtipp zum Thema: Handbuch Employer Branding

Employer of Choice

Personalmarketingmassnahmen im Rahmen des Employer Brandings mit dem Ziel, für Bewerber ein Employer of Choice bzw. Wunscharbeitgeber zu sein.

Gig Economy

Gig Economy und -Arbeitsformen von freien Mitarbeitern und Freelancern, welche meistens kurzfristig oder auf Abruf ihre Arbeitskraft anbieten. In der Regel beinhaltet ein "Gig" einen einzelnen Auftrag oder ein Projekt. Es gibt mehrere Plattformen im In- und Ausland, auf denen solche Gigworker ihre Leistungen anbieten.

High Potentials

Bezeichnung für hochbegabte und –qualifizierte Berufsleute, die sich vor allem durch hervorragende Ausbildungen und soziales Verhalten und Engagement auszeichnen, die für Spitzenpositionen in Unternehmen vorgesehen sind.

Key Performance Indicators (KPI)

Englischer Begriff für Kennzahlen. Im Recruiting sind beispielsweise Bewerbungen pro Kanal, Bewerbungen pro Jobanzeige oder auch Klicks auf eine solche Key Performance Indicators. Der Buchtipp zum Thema: Kennzahlen-Handbuch für das Personalwesen 

Matching-Technologien

Matching-Algorithmen vergleichen die Vorstellungen und Fähigkeiten von Bewerbern bis hin zum Cultural Fit mit den Stellen-Anforderungen von Unternehmen und ermitteln den Grad der Übereinstimmung

Mitarbeiter-Referrals

Recruitingmethode, bei der Mitarbeiter Mitarbeiter von aussen werben bzw. empfehlen. Die Vorteile: Empfohlene passen gut zur Unternehmenskultur, Verkürzen des Rekrutierungsprozesses, Mitarbeiter sind glaubwürdige Botschafter und Recruiter haben Zugang zu sonst nicht erreichbaren Kandidaten. Wichtig sind klare und transparente Regeln bei der Gestaltung der Vermittlungsprämien.

Mobile Recruiting

umfasst alle Aktivitäten rund um Employer Branding, Personalmarketing und den Recruitingprozess, die als Kanal zu Interessenten und potenziellen Bewerbern mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones nutzen.  Der Buchtipp zum Thema: Erfolgreiche Personalgewinnung und Personalauswahl 

Multi Rater-Feedbacks

Verschiedene Formen der Selbst- und Fremdbewertung, wird in der Mitarbeiterbeurteilung angewandt. Der grössere Kreis Beurteilender bewirkt eine ganzheitlichere und objektivere Beurteilung, die sich auch auf unterschiedliche Zielgruppen und Leistungsfaktoren ausrichtet. Beispiele sind die 360-Grad-Beurteilung, Feedbacks von Kunden, Vorgesetzten, Kollegen und Selbstbeurteilungen.

Multiposting

Ermöglich das automatisierte Schalten von Stellenanzeigen auf mehreren Plattformen und Jobbörsen ermöglicht eine maximale Kandidaten-Reichweite und erhöht dadurch die Sichtbarkeit von Stellenanzeigen. Der Beitrag 40 Recruiting Instrumente auf einen Blick informiert über eine Vielzahl weiterer Recruiting Instrumente.

 

New Work

New Work bezeichnet eine neue durch die Digitalisierung geprägte Arbeitsweise und Veränderungen in der heutigen Arbeitswelt. Sie möchte Werte der Arbeit wie Sinnstiftung, Freiheit, Selbstbestimmung, Gesaltungsmöglichkeiten und mehr stärker gewichten und ein neues Verständnis von Arbeit schaffen, welches den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Arbeitswelt 4.0 oder digitale Transformation stehen mit New Work in engem Zusammenhang.

Offboarding

Personal-Austritte, wie Kündigende strukturiert und mit positiven Eindrücken ein Unternehmen verlassen. Eine konkrete Massnahme sind beispielsweise Austrittsgespräche.

Onboarding

Die Einführung eines neuen Mitarbeiters, das Einstellen und Integrieren, also "an Bord nehmen" neu eintretender Mitarbeiter und alle die Integration unterstützenden Massnahmen wie Einführungspläne, Ziele, verantwortliche Betreuer, regelmässige Feedbacks, ist eine wichtige und organisatorisch bedeutsame Aufgabe.

Peer Recruiting

Personalauswahl mit, im und durch das Team. Damit übernehmen Teams Mitverantwortung im Recruiting, werden in der Auswahl einbezogen und diese wird dadurch breiter abgestützt. Auch die Akzeptanz neuer Mitarbeiter wird damit verbessert und die Wahrscheinlichkeit der Passung zum Team erhöht. 
      

People Analytics

People Analytics setzt Daten aus dem Human Resource Management in Bezug zu Unternehmensdaten. Damit kann das HR Zusammenhänge und Entwicklungen erkennen, die sonst nicht erkannt werden würden. Im Recruiting können Social Media-Profile oder Antworten im Job-Interview beispielsweise zeigen, ob ein Kandidat zur Unternehmenskultur passt oder in der Personalplanung mithilfe von People Analytics prognostiziert werden, wann wo bei Schlüsselpositionen Vakanzen entstehen könnten.

Performance Management

Umfasst die Mitarbeiterbeurteilung. Notenvergaben und Rückblicke auf Vergangenes haben ausgedient. Angesagt sind flexible Feedback-Beurteilungen und neue Beurteilungssysteme, welche sich auf Stärken fokussieren und Beurteilungen mit einem laufenden Austausch zeitnah und aus aktuellen Situationen heraus vornehmen. Der Buchtipp zum Thema: Systematische Mitarbeiterbeurteilungen und Zielvereinbarungen

Personal-Controlling

Modern und ganzheitlich verstandenes Personalcontrolling sollte als Führungs- und Steuerungssystem verstanden und genutzt werden, welches die Grundlage und ein Kompass zur Ergreifung konkreter Massnahmen und ein Frühwarnsystem ist sowie der Kontrolle von Ergebnissen mittels Kennzahlen dient.

Remote Work

Ortsunabhängiges Arbeiten, beispielsweise im Home Office. Mitarbeitende sind nicht an den Unternehmensort gebunden. Dieser kann dank moderner Kommunikationstechnologien auch auf Reisen, auf einer Parkbank oder an einem zweiten Wohnort in einem anderen Land sein. 

Retention Management

Zu deutsch Mitarbeiterbindung, ist für Unternehmen eine äusserst wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, Mitarbeitende im Unternehmen zu behalten und sie beispielsweise mit Massnahmen in der Personalentwicklung, Unternehmenskultur, Work-Life-Balance-Angeboten und mit Karrieremöglichkeiten an dieses zu binden. Der Buchtipp zum Thema: Die besten Mitarbeiter gewinnen, entwickeln und halten

Selbstorganisiertes Lernen

Hier entscheiden Mitarbeitende, wie, wo, wann, was und wozu sie lernen. Die Methode wird oft auch als selbstgesteuertes, selbstverantwortliches, autodidaktisches und autonomes Lernen bezeichnet. Es ist ein Lernprozess, bei dem Lernende selbst die Initiative ergreifen, ihre eigenen Lernbedürfnisse erkennen, ihre Lernziele bestimmen, die Ressourcen organisieren und passende Lernstrategien und Lernformen auswählen.

Social Recruiting

Dies umfasst Massnahmen und Aktivitäten im Personalwesen auf Social Media-Plattformen. Vieles betrifft das Recruiting beispielsweise mit dem Active Sourcing, zuweilen aber auch Employer Branding. Gerade bei jungen Zielgruppen ist auch eine Präsenz beispielsweise auf Facebook, Xing oder Linkedin wichtig.

Talentmanagement

Interne und externe gerichtete Strategien, Methoden und Massnahmen, um kritische und relevante Schlüssel- und Expertenpositionen auch für die Zukunft mit den besten Talenten zu besetzen. Es geht im Kern darum, Talente zu entdecken, zu gewinnen, zu entwickeln, zu fördern und an das Unternehmen zu binden und diese auch im Employer Branding anzusprechen.

Targeting

Ein Begriff aus dem Marketing. Damit ist im Recruiting die präzisere Ausrichtung auf und Definition von bestimmten Bewerber-Zielgruppen gemeint, was Erfolg, Kosten und Effizienz des Recruiting positiv beeinflusst.
 

Virtual Interviewing

Durch Videos oft in der Vorauswahl geführte, virtuelle Interviews. Die Vorteile sind Zeitersparnis und eine effiziente Vorselektion. Zeitversetzte Videointerview ergänzen damit die Kandidatenvorauswahl und erhöhen die Eignungswahrscheinlichkeit bei der Einladung zu Jobinterviews. Der Buchtipp zum Thema: Mit den besten Interviewfragen die besten Mitarbeiter gewinnen

Work-Life-Balance

Massnahmen, die ein Arbeitgeber ergreift, damit Mitarbeitende ihr Privat- und Berufsleben vereinbaren und in eine Balance bringen können. Möglichkeiten sind Vaterschaftsurlaube, flexible Arbeitszeiten, Home Office, Kindertagesstätten und mehr.




 

90 Prozent der Themen aller obigen HR-Begriffe werden im unten stehenden Handbuch zum Personalmanagement 
behandelt, welches nahezu jedes Jahr in einer Neuauflage aktualisiert wird.

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